AP 3
Familiäre Hypercholesterinämie
Arbeitspaket 3: P4-Medizin bei Familiärer Hypercholesterinämie – Vroni-Studie
Die Familiäre Hypercholesterinämie (FH) ist die häufigste monogen vererbte Stoffwechselstörung (Prävalenz: 1:250) und führt unbehandelt schon im Kindesalter zu stark erhöhtem LDL-Cholesterin und frühzeitiger Koronarer Herzerkrankung. Eine frühe Diagnose und Therapie sind entscheidend, doch bislang fehlt ein flächendeckendes Screening.
Ziele und Maßnahmen:
- Früherkennung:
Im Rahmen der Vroni-Studie wird allen Kindern in Bayern (5–14 Jahre) ein FH-Screening angeboten. Bei auffälligen LDL-Werten erfolgt eine genetische Analyse. - Digitale Infrastruktur:
Sichere Speicherung der Daten am TUM Universitätsklinikum Deutsches Herzzentrum und Bereitstellung über die DigiMed Bayern IT-Plattform. - Familienorientierte Prävention:
Positive Befunde führen zu Aufklärung, Cholesterinbestimmung bei Angehörigen und psycho-edukativen Schulungen. Auch Kinder ohne FH-Mutation werden zu gesundem Lebensstil motiviert. - Register & Forschung:
Einbindung in das CaReHigh-Register für Kaskadenscreening und epidemiologische Erfassung. Ziel ist die Verbesserung von Diagnostik, Therapie und Versorgung von FH-Patienten in Deutschland.
Mehrwert:
AP3 schafft die Grundlage für eine flächendeckende Früherkennung und Prävention der FH – für eine bessere Herzgesundheit von Kindesalter an.
Ergebnisse Arbeitspaket 3
P4-Medizin: Früherkennung und Versorgung bei Familiärer Hypercholesterinämie (FH) – Die VRONI-Studie
Überblick
Arbeitspaket 3 widmet sich dem FH-Screening bei Kindern und Jugendlichen in Bayern. Ziel ist die frühzeitige Erkennung und Behandlung der Familiären Hypercholesterinämie, einem wichtigen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Zentrale Ergebnisse
- Screening-Erfolg:
- Trotz pandemiebedingter Herausforderungen wurden 28.000 Kinder in Bayern gescreent und nachversorgt – ein bedeutender Erfolg für die Gesundheitsversorgung.
- Die Erweiterung „VRONI im Norden“ unter klinischer Leitung in Hannover und mit separaten Fördermitteln ist ein weiterer Meilenstein.
- Wissenschaftlicher und politischer Impact:
- Die Erkenntnisse aus der VRONI-Studie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass ein bundesweites FH-Screening als Teil des „Gesundes-Herz-Gesetzes“ (GHG) in die Regelversorgung integriert werden soll.
- Die Studie liefert wichtige Beiträge zur Optimierung der FH-Diagnostik und Therapie bei Kindern und setzt diese konkret um.
- Datensharing mit dem Globalen FH-Register der European Atherosclerosis Society und Beitrag zum US NIH ClinVar Archiv – europaweiter Impact auf Diagnose und Behandlung.
- Genetische und metabolische Analysen:
- Kalkulation polygener Risk Scores bei Kindern zur Erfassung polygener Ursachen der Hypercholesterinämie.
- Erstellung metabolischer Profile zur Identifizierung neuer molekularer Biomarker.
- Aufbau einer genetischen Online-Beratung und Prozessanalyse zur Optimierung der Studieneinschluss-Abläufe.
- Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit:
- Umfangreiche Webseite und Printmaterialien: www.myvroni.de
- Integration von VRONI in die BVKJ-App „Meine Pädiatrische Praxis“ zur verstärkten Teilnehmerakquise.
- Regelmäßige Rundmails, Social Media, Präsentationen und Podcasts zur Information von Ärzten, Eltern und Öffentlichkeit.
- Therapiestatus und Nachsorge:
- Erfassung und Verbesserung der Therapie von identifizierten FH-Kindern.
- Patientenschulungen vor Ort und online.
- Kontinuierliche Nachsorge und Integration in die Versorgung.
Nachhaltigkeit und Ausblick
- Die tatsächliche Umsetzung des Gesundes-Herz-Gesetzes mit weiteren Fördermitteln bleibt eine Herausforderung der nächsten Jahre.
- Die VRONI-Studie dient als Modell für die nachhaltige Verbesserung der Gesundheitsversorgung und die Etablierung von FH-Screenings in ganz Deutschland.
- Weitere Studien und Auswertungen sind in Planung, um die Versorgung und Prävention weiter zu optimieren.
Fazit Arbeitspaket 3
Arbeitspaket 3 hat mit der VRONI-Studie einen entscheidenden Beitrag zur Früherkennung und Versorgung der Familiären Hypercholesterinämie bei Kindern geleistet. Die Ergebnisse sind wegweisend für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und haben sowohl die wissenschaftliche Praxis als auch die Gesundheitspolitik nachhaltig beeinflusst.