Nachrichten

 

03.03.2021

"Vroni-Studie zur Früherkennung von Familiärer Hypercholesterinämie bei Schulkindern ermöglicht nun auch Testung auf Antikörper gegen SARS-CoV-2"

 

  • Vroni-Studie bietet in Bayern flächendeckende Infrastruktur für CoVAK-Studie (SARS-CoV-2 Antikörpertestung bei Schulkindern)
  • Mit wenigen Blutstropfen können gleichzeitig und kostenlos LDL-Cholesterin und SARS-CoV-2-Antikörper bestimmt werden
  • Epidemiologische Erfassung von SARS-CoV-2-Infektionshäufigkeit bei 5- bis 14-Jährigen über zweistufigen Testansatz mit 99,8-prozentiger Spezifität

Die unter Leitung des Deutschen Herzzentrums München durchgeführte Vroni-Studie zum Vorsorge-Screening auf Familiäre Hypercholesterinämie (FH) ermöglicht Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren in Bayern ab sofort eine Antikörpertestung auf SARS-CoV-2. Dabei kann festgestellt werden, ob ein Kind schon eine Infektion mit dem Corona-Virus durchlaufen hat, die im Verlauf zur Antikörperbildung geführt hat.

In der Vroni-Studie wird beim Kinder- und Jugendarzt Blut aus der Fingerkuppe entnommen und auf erhöhte LDL-Cholesterinwerte untersucht, um die häufigste und folgenschwere angeborene Stoffwechselstörung, die Familiäre Hypercholesterinämie, frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln. Dieselbe Blutprobe kann nun auch für einen Test auf SARS-CoV-2-Antikörper (CoVAK-Studie) genutzt werden. So lässt sich ermitteln, ob ein Kind bereits eine COVID-19-Erkrankung durchlaufen hat, unabhängig davon, ob Krankheitssymptome aufgetreten sind oder nicht. Beide Studien sind ein kostenloses Angebot an die Kinder bzw. Eltern.

Für Schulkinder im Alter von 5 bis 14 Jahren liegen bislang keine ausreichenden Daten über die Häufigkeit von SARS-CoV2-Infektionen, deren Verbreitungsmuster sowie eventuelle Unterschiede in Region, Alter und Geschlecht vor. Die CoVAK-Studie wird von der TU München finanziert und nutzt die flächendeckende Infrastruktur der Vroni-Studie in Bayern für die Probenerhebung in dieser Altersgruppe. Die Bestimmung des Antikörperstatus gegen SARS-CoV-2 findet über einen zweistufigen Testansatz statt: Der verwendete Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA) verfügt zusammen mit dem bei positivem Ergebnis nachgeschaltetem Line Immunoassay (LIA)-Bestätigungstest über eine Spezifität von nahezu 100 Prozent (99,8%).

Zusätzlich zum Antikörperstatus sollen mögliche Folgen einer COVID-19-Erkrankung frühzeitig diagnostiziert und ggf. therapiert werden. Bei Kindern und Jugendlichen kann es in seltenen Fällen 3-4 Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion – auch wenn diese still oder milde verlief – zu einem fieberhaften multisystemischen Inflammationssyndrom (PMIS) mit Beteiligung von Herz, Gefäßen, Lunge, Magen-Darm-Trakt und Nervensystem kommen. Eine rasche Diagnose ist essenziell für die Prognose und Therapie der betroffenen Kinder. Deshalb wird Kindern mit positivem SARS-CoV-2-Antikörperstatus eine Anbindung an das Netzwerk der FoCoKiBa-Studie (Follow Corona Kids Bayern; https://www.we-care.de/focokiba) empfohlen, dessen Ziel es ist, Sekundärkomplikationen frühzeitig zu erkennen, zu kontrollieren und zu therapieren.

Prof. Dr. Heribert Schunkert, Klinikdirektor im Deutschen Herzzentrum München erklärt: „Wir können mit der Vroni-Blutprobe unkompliziert und zuverlässig auch eine SARS-CoV-2-Antikörpertestung durchführen. Den Kindern muss kein zusätzliches Blut entnommen werden und der Test erfordert keinen zusätzlichen Aufwand für Familien und Ärzte. Die besondere Kombination von Vroni-Studie und CoVAK-Studie ermöglicht gleichzeitig die Früherkennung von FH sowie von SARS-CoV-2-Antikörpern und damit auch COVID-19-Folgeerkrankungen frühzeitig zu erkennen.“
„In Zusammenarbeit mit den Kinder- und Jugendärzten möchten wir mit diesen Screening-Programmen möglichst viele Patienten diagnostizieren und präventiv behandeln und so das Risiko für schwere Folgeerkrankungen drastisch senken“, ergänzt Frau Dr. Veronika Sanin, die die Studien koordiniert.

Über Familiäre Hypercholesterinämie
Die FH ist eine angeborene Störung des Lipidstoffwechsels, die unbehandelt schon in jungen Jahren schwere Herz-Kreislauferkrankungen hervorrufen kann. Man geht in Deutschland von über 270.000 Trägern des Gendefektes aus, von denen weniger als 1% diagnostiziert sind. Bei FH lagert sich bereits in jungen Jahren Cholesterin an den Wänden der Blutgefäße ab. Unerkannt und unbehandelt kann dies schon im frühen Erwachsenenalter zu Gefäßverschlüssen, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. Das Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis ist um das 5- bis 20-fache erhöht, kann jedoch bei früher Diagnose und konsequenter Behandlung auf das Normalmaß gesenkt werden.

Über die Vroni-Studie
Die Vroni-Studie soll in Bayern ein flächendeckendes Screening bei Kindern im Alter von 5-14 Jahren zur Frühdiagnose der FH implementieren und evaluieren. Bis zu 60.000 Schulkinder sollen getestet werden. Auf dieser Basis soll künftig die Diagnostik und Therapiesituation für Betroffene aller Altersgruppen in Deutschland verbessert werden. Die Teilnahme an dem bayernweiten Programm ist kostenlos und kann im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen U9 bis J1 (5 bis 14 Jahre), aber auch bei jedem anderen Besuch beim Kinder- und Jugendarzt erfolgen. Die Vroni-Studie wird vom Deutschen Herzzentrum München (DHM) geleitet, durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) im Rahmen des Projekts DigiMed Bayern gefördert und in Kooperation mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) LV Bayern durchgeführt.
Weitere Information unter www.myvroni.de

Pressemitteilung: hier


 

Oktober 2020

erschienen in Starkes Land Bayern in DER SPIEGEL-Bayern-Auflage:

"Modern vernetzt: Die Digitalisierung betrifft jede Branche, auch die Medizin und Biotechnologie. Leuchtturmprojekte wie DigiMed Bayern, das vom Bayerischen Gesundheitsministerium gefördert wird, wollen die Medizin in eine visionäre Zukunft führen."

Originalartikel: hier

Autor: Laura Barbist


 

07.10.2020

Bayerisches Ärzteblatt über die Vroni-Studie:

"Massenscreening zur Prävention von frühem Herzinfarkt"

Originalartikel: hier


 

25.09.2020

CardioVasc über die Vroni-Studie:

"Familiäre Hypercholesterinämie: Bayern startet flächendeckende Früherkennung"

Originalartikel: hier

Autor: Joana Schmidt


 

22.07.2020

"Herzinfarkt mit 35? Ohne mich! Auftakt zur VRONI-Studie, einem Vorsorge-Screening bei Kindern auf Familiärer Hypercholesterinämie"

 

„Herzinfarkt mit 35? Ohne mich!“ Unter dieser Überschrift ruft das Team der VRONl-STUDIE IN BAYERN zu einem Vorsorge-Screening von Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren auf. Denn ungefähr eine von 250 Personen ist von Familiärer Hypercholesterinämie (FH) betroffen, einer erblich bedingten Störung im Cholesterinstoffwechsel. Durch eine erhöhte Konzentration von LDL-Cholesterin im Blut kommt es schon sehr viel früher als bei nicht betroffenen Menschen zu Cholesterinablagerungen in der Wand der Blutgefäße. Diese können schon in jungen Jahren zu Gefäßverschlüssen, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen.
Mit einer einfachen Untersuchung von wenigen Blutstropfen kann die Erkrankung diagnostiziert und von Anfang an optimal behandelt werden, um das Risiko von Folgeerkrankungen zu reduzieren.

Mit der VRONl-STUDIE IN BAYERN soll daher im Rahmen der Kindervorsorgeuntersuchung U9 bis J1 ein flächendeckendes Screening implementiert und evaluiert werden.
Diese Studie ist ein Projekt des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) und des Deutschen Herzzentrums München (DHM) in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) LV Bayern innerhalb des größeren Verbundprojektes "DigiMed Bayern", das sich der Verbesserung von Behandlungen von Herzerkrankungen widmet.

Aufruf an Kinderärzte
Kinder- und Jugendärzte können die Teilnahmeerklärung auf myvroni.de herunterladen und erhalten dann Blutabnahmesets und Unterlagen. Sie klären über die Erkrankung auf, bei Einverständnis der Eltern wird dem Kind Blut abgenommen, um das Cholesterin zu messen. Die Proben werden im Deutschen Herzzentrum ausgewertet, bei LDL-Werten über 135 mg/dl folgt eine genetische Untersuchung. Der Arzt erhält pro Kind eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro.
Ist der Befund positiv, kann der Arzt entscheiden, ob er die anschließende Therapie selbst begleitet oder das Kind zu einem Kardiologen überweist. Bei Fragen steht das Studienteam zur Verfügung. Um besser mit der Diagnose „chronisch krankes Kind“ umzugehen, wird den Familien eine Schulung angeboten. Mit jedem positiv getesteten Kind kann auch das betroffene Elternteil identifiziert werden. Langfristig soll das Projekt die Diagnostik und Therapiesituation für FH-Patienten verbessern.

Auftaktveranstaltung mit Experten
„Familiäre Hypercholesterinämie ist keine Bagatelle, sondern eine schwere Erkrankung, die mit einer verkürzten Lebenszeit einhergeht“, eröffnete Dr. Georg Leipold, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin in Regensburg, die Pressekonferenz zu dem neuen Projekt. „Das Risiko für ein Koronarereignis ist bei den Betroffenen 13-fach erhöht, viele sterben als junge Erwachsene daran.“ Die FH wird autosomal dominant vererbt und ist mit einer geschätzten Prävalenzrate von 1:250 die häufigste monogen vererbte Erkrankung. Von diesen geschätzt 270.000 Fällen, sind jedoch weniger als 10% bekannt. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie können insbesondere bei heterozygoten Patienten das Risiko für Atherosklerose und deren Begleiterkrankungen auf das Niveau der Allgemeinbevölkerung senken. In Deutschland, wie in den meisten europäischen Ländern, gibt es bisher kein entsprechendes Früherkennungsprogramm.

Praxistipps zur Therapie hatte Prof. Berthold Koletzko, Leiter der Abteilung für Stoffwechsel und Ernährung an der Kinderklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München. „Wir sollten nicht aufgrund einzelner Laborwerte behandeln, sicherer ist, in den folgenden Wochen erneut zu messen“, riet er. Bei Kindern funktioniere eine Therapie besser als bei Jugendlichen, weil sich in der Pubertät die Cholesterinwerte verändern und Lebensstil-Interventionen schwierig seien.

Weitere Informationen zur VRONI-Studie, die unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Heribert Schunkert (DHM) durchgeführt wird.

Weitere Informationen:
https://www.myvroni.de/
https://www.digimed-bayern.de/arbeitspakete/ap-3familiaere-hyper-cholesterinaemie.html 

Originalartikel: hier


 

20.07.2020

ÄrzteZeitung über die Vroni-Studie:

"„Vroni-Studie“ mit 60.000 Kindern: Massenscreening auf familiäre Hypercholesterinämie in Bayern"

Originalartikel: hier

Autor: Birgit Fenzel


 

05.01.2020

BR24 berichtet über DigiMed Bayern:

"Projekt "DigiMed Bayern": Zwischen Patientenwohl und Datenschutz"

Video: hier


12.11.2019

Healthcare Computing berichtet über DigiMed Bayern:

„Die Digitalisierung in den Bereichen Gesundheit und Pflege eröffnet große Chancen“

Autor: Julia Mutzbauer

Originalartikel: hier


11.11.2019

GoingPublic berichtet über DigiMed Bayern Symposium:

„Translationale Medizin im digitalen Zeitalter: Über 150 Teilnehmer: Erstes DigiMed Bayern Symposium beleuchtet Möglichkeiten der P4 Medizin"

Autor: GoingPublic Redaktion /hg

Originalartikel: hier


07.11.2018

Digitalisierung in der Medizin: enormes Potential vorhanden
- Erstes DigiMed Bayern Symposium beleuchtet Möglichkeiten der P4 Medizin.

 

Über 150 Teilnehmer trafen sich zum DigiMed Bayern Symposium „Translationale Medizin im digitalen Zeitalter“ am 6. November im Deutschen Herzzentrum München. Zusammen mit nationalen und internationalen Impulsgebern diskutierten sie über die Chancen der Digitalisierung in der Medizin – für Patienten, das Gesundheitssystem und die Wirtschaft. Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml würdigte das Leuchtturmprojekt DigiMed Bayern zur P4-Medizin, das der Freistaat mit 22,5 Millionen Euro fördert. Dabei hob sie insbesondere das große Potential für die anwendungsorientierte klinische Forschung und die Gesundheitsversorgung hervor.

Im Rahmen des Pilotprojekts DigiMed Bayern zur P4-Medizin mit Fokus auf die Volkskrankheit Atherosklerose fand das erste Symposium „Translationale Medizin im digitalen Zeitalter“ statt. Die hochkarätig besetzte Veranstaltung beleuchtete in unterschiedlichen Sessions das breite Spektrum der Digitalen Medizin: Vom ethisch wie rechtlich verantwortungsbewussten Umgang mit personenbezogenen Patientendaten über Digitalisierung in der klinischen Forschung bis hin zum Ökosystem der digitalen Gesundheit.

Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte: Mit 'DigiMed Bayern' fördern wir ein international bedeutendes Leuchtturm-Projekt der Personalisierten Medizin – am Beispiel der Volkskrankheit Atherosklerose. Dabei wollen wir medizinische Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen und mit Hilfe von digitalen Technologien auswerten. Es besteht die begründete Hoffnung, dass wir mit den Ergebnissen von 'DigiMed Bayern' die Anzahl von Herzinfarkten oder Schlaganfällen spürbar verringern können."

Auch Prof. Heribert Schunkert, Direktor Deutsches Herzzentrum München und wissenschaftlicher Leiter von DigiMed Bayern, ist sich sicher: „Wenn wir die Digitalisierung in der Medizin richtig nutzen, hat deren Anwendung enormes Potential für eine erfolgreiche Implementierung der P4-Medizin zum Wohl der Patienten. Dieses Symposium hat bedeutend zum Austausch und zur Klärung essentieller Fragen beigetragen.“

„Die Erkenntnisse aus dem Projekt DigiMed Bayern auch auf andere Erkrankungen zu übertragen und somit deren Prävention und Therapie zu verbessern, ist das nachhaltige Ziel von DigiMed Bayern“, so Prof. Horst Domdey, Geschäftsführer der BioM Biotech Cluster Development GmbH, welche die geschäftsführende Leitung des Pilotprojektes inne hat. „Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Experten dieses Symposiums ist hierzu ein erster, aber extrem wichtiger Schritt.“

Im seinem Keynote-Vortrag stellte Prof. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Essen und wichtiger Influencer der deutschen „Digital Health“ Szene die Blueprints für den Weg vom klassischen zum smarten Krankenhaus vor. Werner überführt seit 2015 konsequent das Universitätsklinikum Essen mit der Umsetzung des Leitgedankens „Smart Hospital“ in eine Krankenhaus-Struktur der Zukunft. Dabei wird das Wohlbefinden von Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden explizit in den Mittelpunkt der klinischen Prozesse gestellt.

Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war die Diskussion zu gesellschaftlichen, ethischen, rechtlichen und politischen Aspekten der digitalen Medizin, moderiert von Prof. Reiner Anselm vom Lehrstuhl für Systematische Theologie und Ethik der LMU München. Hier ging es um die Frage, wie die Gesellschaft mit sensiblen, personenbezogenen Daten umgeht bzw. umgehen soll und wer letztendlich den Umgang mit medizinischen Daten verantwortet. Die durchaus kontroverse Diskussion verdeutlichte die Problematik dieses Themas. Einig waren sich die Experten darin, dass der Handlungsdruck groß ist und man den Anschluss keinesfalls verpassen dürfe.

In der Session „Digitalisierung in der klinischen Forschung und Versorgung“ zeigten die Referenten welch enorme Fortschritte in den Bereichen Bioinformatik, Diagnostik und Patientenstratifizierung durch die Digitalisierung und die Anwendung von KI bereits erreicht wurden. Doch sei das Potenzial noch nicht gänzlich genutzt oder ausgeschöpft.

Zum Abschluss der Veranstaltung führte Dr. Dominik Pförringer (MRI, TUM) das Publikum durch die unterschiedlichen Felder des Ökosystems der digitalen Gesundheit und diskutierte mit den Keyplayern aus der Wirtschaft. Diese stellten bereits implementierte innovative Lösungen vor, wie etwa App-basierte Softwares zur Prozessoptimierung in der medizinischen Versorgung sowie technische Lösungen zur doppelten Pseudonymisierung für die Nutzung klinischer Daten in der Forschung.

Das nächste DigiMed Bayern Symposium ist Ende 2020 geplant.

Originalartikel: hier

Pressemitteilung StMGP: hier


27.07.2019

tz-München und "Medizin der Zukunft" - ausführlicher Bericht über DigiMed Bayern

 

In der heutigen Montagsausgabe der tz-München gibt Autorin Susanne Stockmann einen ausführlichen Überblick zu aktuellen Entwicklungen, die heute schon Patienten helfen, und wirft auch einen Blick auf die Zukunft.

Dabei liegt der Schwerpunkt des Berichtes auf Digitalisierung, Roboterhilfe im OP, und wie "der Computer dem Arzt hilft", etwa bei der Erstellung der am besten passenden Therapieempfehlung.

Im Detail zu Wort kommen dabei die Experten Prof. Oliver Amft (Uniklinikum Erlangen), Prof. Torsten Haferlach (MLL, München) sowie Prof. Heribert Schunkert und Dr. Moritz v. Scheidt (Dt. Herzzentrum München) gemeinsam mit Dr. Jens Wiehler, die das Pilotprojekt DigiMed Bayern vorstellen.

 

Hier geht es zu dieser Zeitungs-Doppelseite, mit freundlicher Erlaubnis der tz

 

 


08.05.2019

Freie Software für sichere Nutzung von Patientendaten: Die Open-Source-Software des Münchner Start-up Bitcare bietet Forschern eine Lösung, vertrauliche medizinische Daten eines Patienten zusammenzuführen, sicher zu speichern und einfach abzurufen.

 

Die beiden ehemaligen Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) Florian Kohlmayer und Andreas Lehmann gründeten das Start-up Bitcare 2016. Mittlerweile nutzen zahlreiche Münchner Forschungseinrichtungen und deutschlandweite Forschungsnetze die Software „Data Integration System“ (DIS). Sobald Patienten behandelt oder untersucht werden, werden zahlreiche Daten gespeichert. Dazu zählen Name, Geburtsdatum und Adresse oder medizinische Daten wie Vorerkrankungen oder Diagnose- und Behandlungsergebnisse, aber auch Bioproben wie Blut oder Gewebe. Mit dem Einverständnis des Patienten lassen sich diese Daten auch für die Forschung nutzen. Dazu müssen die vertraulichen medizinischen Informationen jedoch vor fremdem Zugriff geschützt werden.

Sichere Plattform für medizinische Daten

„Für Forscher oder Ärzte, die diese Daten zur Forschung nutzen möchten, ist es oft unmöglich, auf all diese Daten gesammelt zuzugreifen. Das ist aber wichtig, weil vor allem bei komplexen Erkrankungen das Gesamtbild entscheidend ist“, erklärt Andreas Lehmann. Die Daten in einer gemeinsamen Datenbank zusammenzuführen, birgt jedoch große Sicherheitsrisiken.

„Bis Mitte letzten Jahres war vielen Anwendern der Datenschutz noch kein zentrales Anliegen. Mit Einführung der Datenschutzgrundverordnung wuchs das Bewusstsein für Cyber Security, und gute und sichere Systeme wurden gebraucht und gefordert“, berichtet Kohlmayer über seine Erfahrungen.

Genau hier setzt die die Software der Bitcare-Gründer an: sie stellt sicher, dass die Daten räumlich, organisatorisch und technisch getrennt bleiben, der Arzt oder die Ärztin aber unkompliziert auf sie zugreifen kann und sie auf einer einzigen Benutzeroberfläche anzeigt bekommt. Dafür sind die Daten doppelt pseudonymisiert und verbleiben im Hintergrund auf drei separaten Systemen, die auf drei unterschiedlichen Servern liegen.

DigiMed Bayern nutzt Bitcare-Software

Auch das bayernweite Digitalisierungsprojekt "DigiMed Bayern" setzt die Software ein. Das Leuchtturmprojekt startete Ende 2018 mit 22,5 Millionen Euro Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Projektziel ist, die P4-Medizin (prädiktiv, präventiv, personalisiert, partizipativ) in der konkreten Indikation Artherosklerose (bspw. koronare Herzerkrankung oder Schlaganfall) in den klinischen Alltag zu integrieren. Letztendlich sollen die Vorhersage von Krankheitsrisiken, die gezielte Prävention sowie Diagnose und Therapie verbessert werden.

Die beiden Informatiker von Bitcare entwickelten das IT-System zusammen mit einem großen Team am Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der TUM unter Leitung von Prof. Klaus Kuhn, der sie auch bei der Gründung 2016 entscheidend unterstützt hat.

Originalartikel: hier

Pressemitteilung der TU München: Vernetzte Patientendaten

Homepage Bitcare GmbH


14.01.2019

Erfolgreicher Start der DigiMed Bayern Vortragsreihe mit „Artificial Intelligence Rockstar“ Prof. Dr. Jan Baumbach

 

Das Ende 2018 angelaufene Leuchtturmprojekt DigiMed Bayern soll die Entwicklung einer personalisierten, prädiktiven, präventiven und partizipatorischen Medizin (P4-Medizin) exemplarisch im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorantreiben. Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege mit über 20 Mio. Euro gefördert.

Deutschland bei Digitalisierung im Gesundheitswesen auf Platz 16 von 17 Ländern

Der aktuelle detaillierte Ländervergleich #SmartHealthSystems im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung legt schonungslos offen, wie sehr Deutschland bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens zurück liegt. In der Studie wurde ein Gesamtindex aus den drei Bereichen Policy Aktivität, Readyness und tatsächliche Datennutzung gebildet. Von 17 analysierten Ländern, davon 14 in Europa, liegt Deutschland mit nur 30 Punkten auf dem vorletzten Platz. Die Studie bestätigt die dringende Notwendigkeit von Aktivitäten wie DigiMed Bayern.

Lernen von den international Besten: DigiMed Bayern Vortragsreihe

Das DigiMed Bayern Konsortium hat die Situation bereits in der Konzeptionsphase des Projektes antizipiert und die Thematik mit einer öffentlichen Vortragsreihe DigiMed Bayern Public Seminar adressiert. Im Rahmen dieser Veranstaltung stellen aus den führenden europäischen Ländern renommierte Wissenschaftler und Pioniere zeitgemäßer Infrastruktur und P4-Medizin-Projekte ihre Arbeit vor. Ziel ist die Standortbestimmung, Orientierung und Vernetzung für alle Akteure im bayerischen und deutschen Gesundheitssystem. Ein besonderer Fokus liegt auf Big-Data-Infrastrukturen für anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung im medizinischen Bereich.

Start mit „Local Star” aus München, Prof. Jan Baumbach

Am 9. Januar 2019 wurde die Vortragsreihe erfolgreich mit einer international hoch vernetzten, erst seit 2018 in München tätigem bayerischen „Ressource“ gestartet. Prof. Jan Baumbach von der TU München referierte zum Thema „Systems Medicine: A big data driven disruptive view on current medicine“. Nach der Aufweck-Frage, was Arnold Schwarzenegger mit Gen-Panels für Brustkrebs zu tun hat, stellte Prof. Jan Baumbach dem Publikum umfangreich hochrelevante Ergebnisse seiner Forschungsgebiete vor und bot von seinen Teams entwickelte open-source Tools an.

Der Vortrag schloss mit einem Ansatz zur sicheren IT-Infrastruktur im Rahmen des H2020-Projektes FeatureCloud zur gemeinschaftlichen aber verteilten Auswertung von Patienten-basierten Daten, der über Blockchain-basierte Keys jederzeit einen anonymen Rückzug des Einverständnis vom Patienten erlaubt. Es wurde intensiv diskutiert, inwieweit der mit diesem Konzept assoziierte Verzicht auf umfassende Datenintegration nicht zu erheblichen Einschränkungen der wissenschaftlich-medizinischen Datennutzung führen könnte.

Eine offene und konstruktive Diskussion fand nach dem Vortrag statt, in der sowohl über wissenschaftlichen, als auch gesellschaftlichen und politischen Aspekten intensiv ausgetauscht wurden. Wir als Organisator dieser Vortragsreihe freuten uns sehr über den angeregten Austausch und das positive Feedback des Publikums. Wir freuen uns, Sie bei den nächsten Vorträgen im Deutschen Herzzentrum München zu begrüßen.

Originalartikel: hier


06.12.2018

Leuchtturmprojekt DigiMed Bayern startet öffentliche Vortragsreihe: The health Data Lake: Opportunity and challenge in the digital era

 

Die Chancen der Digitalisierung in der Medizin sind enorm für Patienten, für das Gesundheitssystem und für die Wirtschaft. Ein großes Potential liegt im Erfassen, Zusammenführen und Auswerten von großen Datenmengen. Stichworte sind hier „Big Data“ und „Data Lake“.

Im Rahmen des Leuchtturmprojektes DigiMed Bayern laden wir herzlich zu einer öffentlichen Vortragsreihe mit anschließender kurzer Diskussion im Deutschen Herzzentrum München (DHM) ein. Renommierte Wissenschaftler und Pioniere fortschrittlicher Infrastruktur und bestehender P4-Medizin-Projekte in Europa stellen ihre Arbeit vor.

Ziel ist die Standortbestimmung, Orientierung und Vernetzung für alle Akteure im bayerischen Gesundheitssystem und für interessierte Laien. Ein besonderer Fokus liegt auf Big Data Infrastrukturen für anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung. Ein sicherer und effizienter IT-Unterbau und die sorgfältige Beachtung von Fragestellungen zum Datenschutz bilden die Basis für eine nachhaltige datengetriebene und ganzheitliche Medizin.

Im Januar 2019 finden bereits 3 Termine der Reihe „DigiMed Bayern Public Seminar“ mit hochrangigen Sprechern statt:

09.01.2019, 17:00 Uhr
Prof. Dr. Jan Baumbach, Lehrstuhl für Experimentelle Bioinformatik der TU München
Titel: „Systems Medicine – A big data driven disruptive view on current medicine“

21.01.2019, 18:00 Uhr
Prof. Dr. Reinhard Schneider, Head of the ELIXIR-Luxembourg node und Head of Bioinformatics Core Facility of the Luxembourg Centre for Systems Biomedicine
Titel: "Systems BioMedicine - tying to merge basic research with health care data"

31.01.2019, 17:00 Uhr
Prof. Dr. Josep Roca and Dr. Isaac Cano, Koordinatoren NEXTCARE - Innovation in Integrated Care Services for Chronic Patients, Hospital Clínic de Barcelona, Spanien
Titel: tba


Die Vorträge sind öffentlich und kostenlos ohne Anmeldung. Der Zeitrahmen beträgt jeweils ca. eine Stunde.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und eine fruchtbare Diskussion!


30.10.2018

BioM erhält Auftrag zur Projektkoordination von „DigiMed Bayern“: Bayerisches Gesundheitsministerium fördert das medizinische Digitalisierungsvorhaben mit 20 Millionen Euro über 5 Jahre

 

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml hat heute die Vertragsunterschrift mit BioM und die Förderung des Projekts DigiMed Bayern bekannt gegeben.

Das Projekt DigiMed Bayern soll zur Entwicklung einer personalisierten Medizin im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Das auf fünf Jahre ausgelegte Leuchtturmprojekt innerhalb des Programms BAYERN DIGITAL fokussiert auf die Volkskrankheit Atherosklerose, die in Deutschland am häufigsten zum Tode führende Erkrankung. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts liegt beim Deutschen Herzzentrum München (DHM).

Der wissenschaftliche Leiter, Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, ist Direktor der Klinik für Erwachsenenkardiologie und stellvertretender Ärztlicher Direktor des DHM. Die geschäftsführende Leitung und Projektkoordination liegt bei BioM, der Koordinierungsstelle für Innovationen aus der medizinischen Biotechnologie, Martinsried. DigiMed Bayern umfasst neben dem DHM und BioM weitere Konsortialpartner aus Kliniken im Bereich der Herz- und Schlaganfallerkrankungen sowie international führende Forschungsinstitute aus Bayern.

Prof. Dr. Horst Domdey, Geschäftsführer BioM, kommentiert: „Die Chancen der Digitalisierung sind für das Gesundheitssystem, Patienten und die Bayerische Wirtschaft enorm. DigiMed Bayern ist die logische Weiterentwicklung des Münchener Biotechnologie Spitzenclusters mit dem Zukunftskonzept „m4 – Personalisierte Medizin und zielgerichtete Therapien“. Wir freuen uns, dass BioM zusammen mit dem Deutschen Herzzentrum München und herausragenden weiteren Institutionen dieses starke Konsortium initiieren konnte und nun koordinieren wird. Die Beauftragung und die umfangreiche Förderung durch das Bayerische Gesundheitsministerium ist ein wichtiger Beitrag Bayerns für die Implementierung einer Medizin der Zukunft."

Originalartikel: hier

Pressemitteilung StMGP: hier

Pressemitteilung BioM: hier


11.07.2017

BAYERN DIGITAL II: Seehofer will Bayern mit weiteren 3 Mrd. Euro an die Weltspitze bringen

 

Die Bayerische Staatsregierung will den Freistaat zur Leitregion für den digitalen Aufbruch machen. Dazu gab der Bayerische Ministerpräsident am 6. Juli 2017 vor dem Bayerischen Landtag eine Regierungserklärung ab.

Mit einem 10-Punkte-Masterplan zur Digitalisierung startet die Staatsregierung die zweite Stufe von BAYERN DIGITAL. Angelegt ist der Masterplan BAYERN DIGITAL II als ein fünf Jahre (von 2018 bis 2022) umfassendes Investitionsprogramm, das Schwerpunkte auf die wichtigen Kernthemen der Digitalisierung setzt. Ministerpräsident Seehofer: „Die großen Themen reichen von der digitalen Infrastruktur für die Gigabit-Gesellschaft, die digitale Bildung und IT-Sicherheit bis hin zu digitalen Anwendungen in allen Lebensbereichen.“

Dafür will Bayern investieren: 1 Milliarde Euro sollen für eine Gigabit-Infrastruktur bereitgestellt werden, weitere 2 Milliarden in digitale Zukunftsprojekte fließen, vor allem für Bildung, IT-Sicherheit und IT-Anwendungen.

Der Punkt 8 im gleichzeitig veröffentlichten „Masterplan Bayern Digital Maßnahmen“ stellt dann diejenigen Einzelmaßnahmen vor, mit denen Bayern sich zu einem weltweiten Spitzenstandort für Digitale Medizin (und Pflege) aufmachen will mit der Zukunftsinitiative „Digitale Medizin“:

  • Weiterentwicklung der datenbasierten Medizin („P4-Medizin): Projekt „DigiMed Bayern“ (StMGP); Projekt „1000 Klinische Genome in Bayern“ (StMBW); Projekte im Bereich Medizintechnik (StMWi)

Mit und im Nachgang zu der Veranstaltung „Digitalisierung der Medizin in Bayern - Fokus klinische Patientendaten“ (DigiMed Bayern) vom Juni 2016 hatte BioM der Community eine geeignete Plattform geboten, um einige der oben aufgeführten Projekte als Ideen zu präsentieren, mit Erfolg.

Staatsminister Dr. Marcel Huber kündigte zudem an, dass mit der Umsetzung des Masterplans über 2.000 Stellen - vor allem in der Forschung – entstehen sollen.

Originalartikel: hier

Weitere Informationen:

Regierungserklärung Horst Seehofer 6. Juli 2017

Masterplan BAYERN DIGITAL II